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Wie können Schulen Jugendliche frühzeitig über Essstörungen, Sportsucht, Körperdruck und die Einflüsse von Social Media aufklären? Am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium (NCG) in Bonn durfte ich mit EssBalance genau dort ansetzen: direkt bei den Jugendlichen. In einem rund zweistündigen Präventionsworkshop mit einer 9. Klasse ging es um Wissen, Warnsignale und aktuelle Entwicklungen – aber auch um meine eigene Geschichte mit Magersucht, Bulimie und Sportsucht.

Gute Präventionsarbeit beginnt vor dem eigentlichen Workshop

Eine Präventionsveranstaltung sollte aus meiner Sicht nicht einfach aus einem fertigen Vortrag bestehen, der unabhängig von der jeweiligen Schule gehalten wird.

Deshalb begann auch die Zusammenarbeit mit dem Nicolaus-Cusanus-Gymnasium in Bonn lange vor meinem eigentlichen Besuch in der Klasse.

Nach einem ausführlichen telefonischen Austausch mit der zuständigen Lehrerin wurde ich zunächst zu einem persönlichen Gespräch in die Schule eingeladen. Gemeinsam mit der Lehrerin und einer Vertreterin der Schulsozialarbeit der Stadt Bonn besprachen wir, welche Themen für die Schülerinnen und Schüler besonders relevant sind und wie die Präventionsarbeit sinnvoll in den schulischen Kontext eingebunden werden kann.

Als erster Schritt wurde eine Veranstaltung für eine 9. Klasse vereinbart.

Zwei Stunden über Essstörungen, Sportsucht und eine Realität hinter Zahlen und Diagnosen

Für die Klasse entwickelte ich einen etwa zweistündigen Vortrag, der fachliche Informationen mit persönlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Medienformaten verbindet.

Denn gerade bei Jugendlichen ist mir wichtig, nicht zwei Stunden lang ausschließlich Fakten zu präsentieren. Prävention soll informieren – sie muss junge Menschen aber auch erreichen.

Deshalb wechselten sich fachliche Inhalte, meine persönlichen Erfahrungen, Gespräche mit den Jugendlichen und Videomaterial ab. Unter anderem zeigte ich Ausschnitte aus einem Beitrag der WDR Lokalzeit Bonn über meine Geschichte und eine meiner Lesungen.

Im Mittelpunkt standen unter anderem:

  • Magersucht, Bulimie, Binge Eating und weitere Formen von Essstörungen
  • Ursachen und mögliche Warnsignale einer Essstörung
  • Behandlungsmöglichkeiten und Therapiekonzepte
  • aktuelle Zahlen und Entwicklungen bei Essstörungen
  • meine persönlichen Erfahrungen mit Essstörungen und dem Aufenthalt in einer Spezialklinik
  • Körperbild, Selbstwert und gesellschaftlicher Leistungsdruck
  • Social Media, KI-generierte Körperbilder und problematische Online-Trends wie „SkinnyTok“
  • Fitnesskultur, Bodybuilding und Nahrungsergänzungsmittel
  • Sportsucht, Trainingszwang und Leistungsdruck
  • mögliche gesundheitliche Folgen von Essstörungen und exzessivem Sport
  • Möglichkeiten der Prävention, Unterstützung und Hilfe

Sportsucht: Ein Thema, das auch die Jungen beschäftigte

Besonders interessant war für mich, wie viele Fragen während der Veranstaltung entstanden.

Auch die Jungen der Klasse beteiligten sich intensiv – insbesondere bei den Themen Fitness, Muskelaufbau, Bodybuilding, Leistungsdruck und Sportsucht.

Das zeigt für mich, warum eine zeitgemäße Prävention von Essstörungen nicht ausschließlich über Gewichtsabnahme oder Magersucht sprechen sollte. Körperdruck und problematisches Sportverhalten können sich sehr unterschiedlich zeigen und betreffen nicht nur Mädchen.

Meine eigenen Erfahrungen im Fitness- und Bodybuilding-Umfeld ermöglichen es mir, auch über diese Seite sehr persönlich zu sprechen: über zunehmenden Trainingsdruck, Körperkontrolle, den Wunsch nach immer weiterer Optimierung und darüber, wie schwer es irgendwann werden kann, selbst zu erkennen, wann aus Sport ein Zwang geworden ist.

Wenn aus abstrakten Risiken eine persönliche Geschichte wird

Zahlen, Definitionen und medizinische Fakten sind wichtig. Aber sie erzählen Jugendlichen nicht, wie sich eine Essstörung tatsächlich anfühlt.

Genau hier liegt ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit mit EssBalance.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schleichend sich eine Essstörung und Sportsucht entwickeln können. Im Workshop erzählte ich deshalb auch von meinem eigenen Weg

mit Magersucht, Bulimie und exzessivem Sport – und von den körperlichen und psychischen Folgen.

Dazu gehörte auch die lebensgefährliche innere Blutung, die ich im Zusammenhang mit den schweren gesundheitlichen Folgen meiner Erkrankung erlebt habe.

Diese persönlichen Einblicke haben die Jugendlichen sichtbar bewegt. Gleichzeitig war mir wichtig, meine Geschichte nicht ausschließlich über Angst und Krankheit zu erzählen.

Denn zu meiner Geschichte gehört genauso die andere Seite:

Ich bin heute gesund. Heilung ist möglich.

Fragen ausdrücklich erwünscht

Die Schülerinnen und Schüler waren über die gesamte Veranstaltung hinweg ausgesprochen aufmerksam und stellten viele Fragen.

Genau das wünsche ich mir bei meinen Präventionsveranstaltungen.

Ich möchte keinen Vortrag halten, bei dem Jugendliche lediglich zuhören sollen. Sie dürfen fragen, hinterfragen und auch Themen ansprechen, über die sonst vielleicht nur selten offen gesprochen wird.

Auch die anwesenden Klassenlehrerinnen sowie die Vertreterin der Stadt Bonn begleiteten die Veranstaltung und gaben mir im Anschluss sehr positive Rückmeldungen zur Aufklärungsarbeit.

Als zusätzliche Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich meine beiden autobiografischen Romane der Schulbibliothek zur Verfügung gestellt. Außerdem habe ich meine Kontaktdaten für die Schülerinnen und Schüler sowie das Schulsekretariat hinterlassen, damit EssBalance auch nach der Veranstaltung als Anlaufstelle für Fragen bekannt ist.

Prävention ist keine einmalige Veranstaltung

Besonders freue ich mich darüber, dass die Zusammenarbeit mit dem Nicolaus-Cusanus-Gymnasium weitergehen soll.

Nach der ersten Veranstaltung mit der 9. Klasse sind weitere Präventionsveranstaltungen für andere Klassen geplant. Perspektivisch kann die Aufklärung bereits ab Jahrgangsstufe 8 ansetzen.

Denn aus meiner Sicht sollte Prävention nicht erst beginnen, wenn eine Essstörung bereits offensichtlich geworden ist.

Je früher Jugendliche lernen, Warnsignale einzuordnen, unrealistische Körperideale zu hinterfragen und über Essstörungen, Sportsucht und psychische Belastungen zu sprechen, desto früher kann Unterstützung möglich werden.

EssBalance: Präventionsvorträge und Workshops für Schulen

Mit EssBalance biete ich Schulen und Bildungseinrichtungen Präventionsvorträge und Workshops rund um Essstörungen und Sportsucht bei Jugendlichen an.

Dabei verbinde ich fundierte Aufklärung mit meiner eigenen Erfahrung als ehemals Betroffene. Die Inhalte werden altersgerecht und individuell auf Klassenstufe, Zielgruppe und die Bedürfnisse der jeweiligen Schule abgestimmt.

Neben Schülerinnen und Schülern können auch Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Eltern in die Präventionsarbeit einbezogen werden.

Die Veranstaltungen sind in Präsenz, digital oder als Präsenzveranstaltung mit digitaler Zuschaltung möglich.

Mein Ziel ist dabei immer dasselbe: junge Menschen nicht mit erhobenem Zeigefinger zu belehren, sondern sie zu erreichen, Wissen zu vermitteln, Gespräche anzustoßen und zu zeigen, dass es Hilfe gibt.

Sie möchten EssBalance für einen Präventionsvortrag oder Workshop zu Essstörungen und Sportsucht an Ihrer Schule buchen?

Gerne entwickle ich gemeinsam mit Ihnen ein Format, das zu Ihrer Schule, der jeweiligen Altersgruppe und Ihren gewünschten Schwerpunkten passt.

Mehr über meinen Besuch und die Suchtprävention am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium Bonn erfahren Sie im offiziellen Bericht des NCG:

„Suchtprävention: Kathrin Gehlert von EssBalance zu Gast am NCG“

Mehr zu unseren Präventionskursen an Schulen:

Workshop Essstörungen Schule

Kathrin Gehlert

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